Widerstand gegen Postschliessung

Die Postfiliale soll im Januar schliessen. Dagegen wehren sich Einwohnerinnen und Einwohner. Sie verteilen einen Flyer, um die Post zum Umdenken zu bewegen. Nützt dies nichts, wollen sie eine Initiative lancieren.

Post Eschenbach

Es könne nicht sein, dass die örtliche Infrastruktur angetastet und zerstört werde, sagt Pius Keiser. Er liess am Wochenende rund 1000 Flyer gegen die Postschliessung in die Eschenbacher Haushalte verteilen. Ab dem 18. Januar soll die Filiale zugehen – die Dienste werden neu im Volg am Postplatz angeboten. Am Mittwoch wird die Bevölkerung an einem Informationstag der Post über das veränderte Angebot informiert.

Bereits Tage zuvor führte Keiser Gespräche mit der Bevölkerung. Die Rückmeldung auf seine Aktion seien positiv gewesen. «Die Bevölkerung kann nicht begreifen, warum die Post zumachen soll.» Die Schliessung der Filiale sei unnötig, da das Postgebäude weiter genutzt werde und nur die Schalter geschlossen würden.

Wie wichtig die Nähe einer Poststelle sei, zeige aktuell die Coronakrise. «Jetzt den Service public abzubauen, ist fehl am Platz», so Keiser. Die Postfiliale sei ein wichtiger Teil der Infrastruktur der Gemeinde. Mit der Flyeraktion wolle man versuchen, die Eschenbacherinnen und Eschenbacher «etwas wachzurütteln».

Ob man mit der Aktion tatsächlich Chancen hat, die Schliessung der Eschenbacher Filiale zu verhindern, möchte Keiser nicht kommentieren. «Wichtig ist, dass wir es probieren», sagt er. Gemäss Keiser seien weitere Aktionen geplant – bis hin zur Lancierung einer Volksinitiative.

Der Widerstand gegen die Schlies-sung begann bereits 2017. Damals sammelte die CVP Eschenbach knapp 800 Unterschriften für eine Petition für die Erhaltung der Postfiliale. Danach wurde die Bittschrift einem Vertreter der Post übergeben. Im August 2020 teilte die Post mit, dass die Post ihre Dienstleistungen in Eschenbach künftig im Volg anbieten werde (der «Seetaler Bote» berichtete). «Wir haben festgestellt, dass die Schaltergeschäfte in Eschenbach kontinuierlich zurückgegangen sind», sagte damals Markus Flückiger, Verantwortlicher Kommunikation Mitte der Post. Zur neuerlichen Protestaktion sagt Flückiger: «Die Post respektiert, wenn Kundinnen und Kunden sich gegen die Aufhebung einer Postfiliale beziehungsweise die Umwandlung in eine Filiale mit Partner aussprechen.» Erfahrungen würden aber zeigen, dass sich «die vereinzelte Kritik im Vorfeld in der Regel nach der Umsetzung legt und die Kundschaft die Vorteile des neuen Modells schätzt, insbesondere die meist wesentlich längeren Öffnungszeiten.» Die Post hält also am Fahrplan fest. «Die Vorarbeiten sind bereits weit fortgeschritten», sagt Flückiger. «Zu gegebener Zeit werden die Kunden im Detail über das neue Angebot der Post in Eschenbach informiert.» chh

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